Der Sachsenwall

Der Sachsenwall ist der Überrest einer alten, wahrscheinlich aus frühgeschichtlicher Zeit, überlieferten Mauer aus grob behauenem Granitgestein. Das Alter wird auf knapp 1500 Jahre geschätzt. Die Mauer befindet sich auf dem Hexentanzplatz bei Thale in Sachsen-Anhalt. Sie ist noch auf 150 Metern Länge, vier Metern Breite und zwei Metern Höhe erhalten.

Legende und Wirklichkeit
Der Legende nach haben hier als Hexen verkleidete Sachsen die angreifenden Franken in die Flucht geschlagen. Zum einen verweist die Erwähnung von Hexen in die vorchristliche Zeit, zum anderen haben die Franken während der Sachsenkriege im 9. Jahrhundert versucht, dieses Gebiet zu erobern. Die Sachsen, die in dieser Region und weiter westlich siedelten, haben hier vermutlich bereits sehr früh einen Kultplatz besessen. Viele der heute mit Hexen in Verbindung gebrachten Orte waren alte heidnische Kultplätze. Die Sachsen bevorzugten Rückzugsgebiete auf Bergen, die sie mit großen Mauern und Erdwällen umgaben, um sich dort während drohender Gefahr hin zurückziehen zu können. Möglicherweise wurde die Mauer auch früher als das neunte Jahrhundert erbaut. Eine Errichtung in germanischer Zeit, also vor dem sechsten Jahrhundert, erscheint aufgrund der gefundenen Keramikscherben jedoch fraglich.

Funktion
Der Sachsenwall diente in dieser Zeit lediglich als Schutzmauer, keineswegs, um einen heiligen Bezirk einzugrenzen. Die Sachsenkriege hinterließen in weiten Teilen Deutschlands ähnliche Reste, vor allem in Westfalen. Während und nach der Christianisierung wurden diese Orte, an denen früher auch Kulte vollzogen wurden, als heidnisch abgestempelt (was sie auch waren), aber vor allem negativ gedeutet, was sich z.B. in dem Namen „Teufelswall“, unter dem der Sachsenwall auch bekannt war, andeutet.